Seit von der Unterstützung des ortsunabhängigen und verteilten Lernens - heute auch oft mit "eLearning" bezeichnet - die Rede ist, wird die Frage aufgeworfen, welche Technologien und Kommunikationsmedien die beteiligten Lernenden und Lehrenden jeweils zur Verfügung haben sollten. Empirische Untersuchungen sind trotz der bisherigen "eLearning"-Euphorie eher ernüchternd, zeigen sie doch, dass "eLearning"-Technologicn noch recht zurückhaltend eingeführt werden. Die Arbeit von Andreas Johannsen geht der Frage nach, welche Auswirkungen sich auf das Lernen in Gruppen durch den Einsatz von Telepräsenzsystemen im Telelearning ergeben, und welche Bedeutung die Telepräsenz im Vergleich zu weiteren Determinanten des Lernerfolgs im Telelearning einnimmt. Die Arbeit beschreitet Neuland, da sie neben den üblichen Methoden der Datengewinnung wie Fragebogen, Interview und Expertenbewertungen insbesondere die Analyse von audiovisuell erfassten Verhaltensinformationen in den Mittelpunkt des Erkenntnisprozesses stellt, dabei quantitative und qualitative Verfahren anwendet und die Ergebnisse somit trianguliert. Auf diese Weise gelingt es Johannsen, sehr detailliert zu zeigen, inwiefern wir es bei Interaktionen in gemeinsamen Lernsitzungen mittels Videokonferenzsystemen und weiteren Telepräsenztechnologien mit neuen Kommunikationsformen zu tun haben, und welche veränderten medialen und kommunikatorischen Kompetenzen diese bei den Beteiligten erfordern.
Telepräsenz und Elearning