Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Lander - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,0, Universitat Potsdam (Historisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Am 11. Marz 1812 wurde unter dem preussischen Kanzler Hardenberg nach langem Ringen ein Gesetz verabschiedet, das die Verbesserung der Lebensbedingungen der Juden in dem nur noch drittklassigen, unter franzosischer Besatzung leidenden Rumpfstaat zum Ziele hatte. An dem Zustandekommen des Emanzipationsgesetzes" hatte der damalige Kanzler massgeblichen Einfluss. Jenes Gesetz war Teil der preussischen Reformen, welche nach der katastrophalen Niederlage bei Jena und Auerstedt 1806 mit dem Zwecke der Staatskonsolidierung und Abwehr einer Revolution notwendig geworden waren. Dem Edikt waren zahlreiche Diskussionen und verschiedene Entwurfe vorangegangen. Knapp 30 Jahre zuvor wurde die Debatte von Christian Wilhelm Dohm angestossen, der mit seiner revolutionaren Schrift Uber die burgerliche Verbesserung der Juden" eine neue Argumentationsgrundlage geboten hatte. Diese Arbeit entzundete 1781 eine breite Diskussion, wie und ob die Juden zu nutzlicheren Gliedern der Gesellschaft erzogen werden konnten.
Dieser Gedankengang spielte nach 1806 naturgemass eine gewaltige Rolle, da der Konig und die Regierung bei ihrem Vorhaben, das franzosische Joch abzuschutteln, alle Teile des Volkes mobilisieren mussten. Es soll im Folgenden der epochale Charakter von Dohms Schrift verdeutlicht werden. Um diese herausragende Wichtigkeit allerdings fundiert darstellen zu konnen, ist es notwendig, sich kurz die rechtliche Stellung der Juden von ihrer formlichen Wiederaufnahme in der Mark Brandenburg 1671 bis zum Tode Friedrich II. 1786 anzusehen. Hinzukommend sollen Dohms wichtigsten Thesen herausgearbeitet werden, um so seine Argumentationsweise nachvollziehbar darstellen zu konnen. Viele der Gedankengange des preussischen Beamten erscheinen uns heute sicher als Selbstverstandlichkeit. Fur die d".